Bombendrohung im Amtsgericht Freising.

Bombe Amtsgericht Freising

Das Amtsgericht in oberbayerischen Freising ist nach einer Bombendrohung komplett gesperrt. Die Polizei räumte das Gelände mit einem Großaufgebot und riegelte es weiträumig ab.  Am Morgen war eine entsprechende Drohung bei dem Gericht eingegangen.

 

"Haus Bombe!": Das passierte im Freisinger Amtsgericht

Der Diebstahlsprozess, der im Sitzungssaal 2 um 8.30 Uhr begonnen hat, ist schlagartig zu Ende: Bombenalarm! Alle raus! Es ist punkt 9 Uhr, als die Drohung am Gericht eingeht. Telefonisch. Anonym. „Haus Bombe!“, sagte der Mann mit ausländischem Akzent, und wiederholt: „Haus Bombe!“ Dann legt er auf.

Sofort wird die Polizei alarmiert. Gleichzeitig organisiert die Belegschaft des Gerichts selbstständig die Räumung des Gebäudes. Schon schiebt sich ein nicht abreißender Pulk von Menschen aus dem Gerichtsgebäude. Justizwachtmeister, dicht dahinter, drängen zur Eile. Die gut einhundert Menschen versammeln sich am Fuß der Benediktuskirche, etwa 100 Meter weiter oben am Domberg. Polizisten aus Freising und Beamte der Kripo Erding, die inzwischen den Einsatz leiten, haben auf diesen Sicherheitsabstand bestanden. Sie haben auch die Räumung des benachbarten Vermessungsamts angeordnet. Alles verläuft in geordneten Bahnen. Am Amtsgericht sperrt ein Uniformierter den Zugang mit Flatterband ab. Der gesamte Domberg ist weiträumig abgesperrt.

Am Amtsgericht treffen die Streifen mit den Sprengstoff-Suchhunden vom Flughafen ein. Sie machen sich sofort auf die Suche nach der Bombe. Das ist nicht ganz einfach. Das Gebäude des Amtsgerichts war früher einmal ein Teil des Dom-Gymnasium. Hier gibt es viele Räume.

Bei eisiger Kälte rücken die Wartenden an der Kirche enger zusammen. Menschen, die einen Termin bei Gericht hatten, Angeklagte wie Zeugen, rätseln, rufen hektisch in ihre Handys. Angestellte des Gerichts und des benachbarten Vermessungsamts, Verteidiger, Staatsanwälte und Richter – sie alle reden durcheinander. Ein einziges Stimmengewirr. Auch die Leiterin des Amtsgerichts, Lore Sprickmann-Kerkerinck, ist eingetroffen. Die hatte bei einem Termin in München von der besonderen „Lage“ gehört und war sofort nach Freising gefahren. Aber auch die Chefin darf – noch – nicht ins Gebäude. Dort wehrt ein Beamter Ahnungslose, die ins Gebäude wollen, mit einer schiebenden Handbewegung ab. Vor dem wie immer randvoll zugestellten Parkplatz zählt eine Justizwachtmeisterin die Autos, ordnet Fahrzeuge den Haltern zu. Könnte dort die Bombe deponiert sein? Die Wachtmeisterin gibt Entwarnung. Offenbar sind ihr sämtliche Autos bekannt. Oben an der Benediktuskirche entspannt sich Situation. „Sehr schlechter Scherz“, sagt einer. Die Belegschaften der evakuierten Gebäude können ins nahe, warme Kardinal-Döpfner-Haus einrücken. Doch die Zwangspause dauert nicht lange. Um 11 Uhr ist die Sprengstoffsuche ergebnislos beendet. Die Gebäude werden wieder freigegeben, die Menschen können an ihre Arbeitsplätze zurückkehren.

Ob die Bombendrohung mit einer früheren Verurteilung oder einer am Donnerstag anberaumten Verhandlung zu tun hat, bleibt offen. Nach dem Diebstahl wäre um 9.40 Uhr ein Drogenvergehen an der Reihe gewesen. Dann ein Vergehen nach Paragraph 95, Ausländergesetz.

Die Kripo setzt nun alles dran, die Telefonnummer des Anrufers noch herauszufinden.

Freising: 11:33 Uhr 

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