LEGIDA ist ab sofort mit von der Partie

LEGIDA ist ab sofort mit von der Partie

Ab heute wird es noch spannender

flickr.com/ ingrid eulenfan/ (CC BY-NC-SA 2.0)

Die Schraube der innerdeutschen politischen Eskalation wird ab heute möglicherweise um einen kräftigen Zug angezogen, denn die Stadt Leipzig klinkt sich diesen Montag in die PEGIDA-Bewegung ein.

Wo Leipzig mit von der Partie ist, prickelt die Sache von Beginn an. Denn die Stadt ist wesentlich extremer, “linker” als Dresden. Seit der Wende ist Leipzig Mitteldeutschlands Hochburg der alternativen Szene und der Antifa. Zweimal jährlich hält die linke SA in Leipzig rauschende Opferfeste wider die Gesellschaft ab: Die gewaltsamen Ausschreitungen zum 01. Mai und zu Silvester haben eine lange Tradition. Die Stadt baut seit einigen Jahren an den Tagen vor diesen Terminen die Scheiben aus Bus- und Straßenbahnhaltestellen aus.

Der von der Bundesregierung in Auftrag gegebene “Atlas der Gewalt”, in welchem zukünftige soziale Brennpunkte aufgelistet sind, enthält auch Leipziger Stadtviertel. Im Juni 2014 zogen vermummte Randalierer durch den Leipziger Stadtteil Plagwitz und terrorisierten die Bevölkerung, zerstörten Fenster, setzten Mülltonnen in Brand, demolierten Autos und verschwanden so überraschend im Nichts, wie sie aus selbigem gekommen waren – im Kleinformat, ähnlich wie es einige Monate später in Zürich der Fall war. Die Leipziger Polizei sprach danach von einer völlig neuen Stufe der Gewalt und von einem bislang ungekanntem Ausmaß der Aggressivität, welches die Polizei dazu zwinge, ihre gesamte bisherige Strategie zu überdenken.

Sieben Gegendemonstrationen sind angemeldet, die über Stunden (bereits ab 14:00) fast die gesamte Innenstadt lahmlegen werden. Die Route von LEGIDA führt dagegen nahezu ausschließlich durch Nebenstraßen westlich des Zentrums, die auf beiden Seiten von Autos beparkt sind. Bei einer Blockade könnte eine ähnliche Sackgasse entstehen wie im Dezember, als PEGIDA am Terrassenufer in Dresden blockiert wurde und abbrechen musste. Es werden wesentlich mehr Gegner erwartet als LEGIDA-Teilnehmer erwartet.

Bei den Gegnern mit dabei auch der aus dem Westen stammende SPD-Oberbürgermeister Jung, der seit langem durch krass einseitige Parteinahme für Links auffällt und dabei seinem Amt, der erste aller Bürger zu sein, keine Ehre macht. So weigerte er sich im April vergangenen Jahres, zehntausend gesammelte Unterschriften gegen den geplanten Neubau einer Großmoschee im bürgerlich-vornehmen Leipziger Stadtteil Gohlis entgegenzunehmen. Gerade dieser Punkt dürfte LEGIDA zusätzliche Brisanz verleihen, da sehr viele Bürger eben nicht von “diffusen Ängsten”, sondern von äußerst konkreten Enttäuschungen motiviert an der Demonstration teilnehmen werden.

Hinzu kommt, dass der Leipziger von Natur aus ein sehr umtriebiger Mensch ist, der sich gerne engagiert und “den Hintern hoch bekommt”. Hat er einmal ein Ziel, für das sich einzusetzen er als richtig erkannt hat, gibt er nicht nach, wie die Wendedemos von 1989 zeigten.

Trotz der geistigen Verwandtschaft zu anderen -GIDAS ist LEGIDA eigenständig. Das LEGIDA-Positionspapier unterscheidet sich deutlich von den 19 PEGIDA-Positionen und ist thematisch um einiges breiter aufgestellt. Ende der NATO-Mitgliedschaft, Beschließung einer wirklichen Verfassung, umgehende Normalisierung des Verhältnisses zu Russland und anderes werden genannt. Vieles allerdings ließe sich noch deutlich konkretisieren.

Die bekannte Leipziger Umtriebigkeit, Tätigkeit und Medienerfahrenheit zeigt sich auch in der Präsentation: Schon Tage vor dem offiziellen Start von LEGIDA stand die eigene Homepage – ein Fakt, den Dresden zwei Monate lang nicht hinbekommen hat. Zur ersten Demo heute werden mehrere tausend LEGIDA-Teilnehmer erwartet. Auch das ein Unterschied zu den West-PEGIDAS, die jeweils nur mit wenigen Dutzend oder einigen hundert Teilnehmern begannen. Es wird also spannend.

Wir berichten.

Ihr

Marko Wild

 

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