„Islamo-Faschisten” bei Berliner Mahnwache

Eine Mahnwache am Dienstag in Berlin sollte zeigen, dass sich die deutschen Muslime vom Terror distanzieren. Mit dabei war auch Bundespräsident Joachim Gauck. Zu der Gedenkveranstaltung hatte der Zentralrat der Muslime aufgerufen, dem auch Muslim-Brüder und rechtsextreme Graue Wölfe angehören. Die meisten Berliner Muslime kamen nicht.

Zur Mahnwache am Brandenburger Tor (Bild) kamen nur wenige Muslime (Bild: blu-news.org)

Zur Mahnwache am Brandenburger Tor (Bild) kamen nur wenige Muslime (Bild: blu-news.org)

Wie die Rheinische Post berichtete, hatten sich nach Angaben der Polizei am Dienstag auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin etwa 10.000 Menschen versammelt, um auf einer Mahnwache den Opfern des Terror-Anschlages in Paris am vergangenen Mittwoch zu gedenken. Das Kabinett war mit Kanzlerin Angela Merkel und ihren Ministern nahezu vollzählig vertreten. Die Fraktionen im Bundestag hatten ihre Sitzungen für die Mahnwache pünktlich beendet. Die SPD-Fraktion zog gegen 17 Uhr kameratauglich geschlossen vom Osteingang des Reichstags zum Pariser Platz. Die Abgeordneten trugen Windlichter mit dem Aufdruck „Je suis Charlie”. Das Brandenburger Tor wurde in den Farben blau, weiß und rot angestrahlt.

Bundespräsident Joachim Gauck hielt den Terroristen in seiner Rede jenen Satz entgegen, den er zu Beginn seiner Amtszeit auch den Rechtsextremen vorgehalten hatte: „Wir schenken Euch nicht unsere Angst. Euer Hass ist unser Ansporn.” Auch dankte Gauck den Muslimen für ihr „Engagement gegen den Terror”. Wenn Muslime sagen „Terror, nicht in unserem Namen”, dann sei dies ein patriotisches „Ja” zu dem Land, „in dem wir gemeinsam leben”, so Gauck. Die Teilnahme von nur 10.000 Menschen kann jedoch als klare Absage der muslimischen Mehrheit an die Veranstaltung gewertet werden, denn in Berlin leben etwa 250.000 Muslime.

Nur der Vertreter des Zentralrats der Juden nannte das Kind beim Namen

Vor Bundespräsident Gauck sprachen die Vertreter der drei großen Kirchen. Am deutlichsten wurde dabei Abraham Lehrer, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden. Lehrer sprach den wachsenden Antisemitismus in Europa und die zunehmende Radikalisierung des Islams auf der Welt an. Er rief die Muslime dazu auf, „gegen diesen Terror” vorzugehen. Antisemitismus unter jungen Muslimen dürfe nicht hingenommen werden. „Nehmen Sie unsere Gefühle als Seismographen. Denn wenn Juden bedroht sind, sind wir alle bedroht”, so Lehrer.

Aufgerufen zu der Gedenkveranstaltung hatte der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Dessen Vorsitzender Aiman Mazyek sprach im Namen des ZMD davon, dass der Islam „missbraucht” werde: „Wir werden es nicht zulassen, dass unser Glaube missbraucht wird. Wir werden es nicht zulassen, dass unsere Gesellschaft von Extremisten, die nur das Ziel haben, Hass und Zwietracht zu stiften, auseinandergerissen wird”, so Mazyek. Mitglied im ZMD ist unter anderem auch die Atib, ein Dachverband türkisch-islamischer Kulturvereine. Der Verband ist eine Abspaltung der Auslandsorganisation der „Grauen Wölfe”, einer rechtsextremen türkisch-nationalistischen Bewegung. Als Feindbilder sehen die Grauen Wölfe vor allem Kurden, Juden, Christen, Europa sowie die USA. Die Atib bestreitet eine Verbindung und hat sich von den Gewalttaten der Grauen Wölfe distanziert, was aber von nicht wenigen Experten angezweifelt wird. Vom Verfassungsschutz wird der Verband nicht beobachtet. Ebenso Mitglied im ZMD ist die Islamische Gemeinschaft in Deutschland (IGD). Die IGD ist ein Ableger der international operierenden Muslim-Bruderschaft, die als Erfinderin des islamistischen Terrorismus gilt. Beide Organisationen hatten die Anschläge in Paris verurteilt.

Toprak: Verbindung zwischen Islam und Islamismus endlich benennen

Laut der Internet-Ausgabe der Tageszeitung DIE WELT hatte Ali Ertan Toprak, Vorsitzender der Kurdischen Gemeinde Deutschland, kein Verständnis dafür, dass mit Islamisten gegen Terrorismus demonstriert wird: „Wissen die deutschen Parteien, mit wem sie am Dienstag demonstrieren? Muslimbrüder und Atib, eine Abspaltung der türkischen Grauen Wölfe, sind Mitglied des Zentralrats der Muslime. Das sind Fundamentalisten und Islamo-Faschisten. Wie kann man einerseits Pegida verteufeln, aber mit ihren muslimischen und türkischen Gesinnungsgenossen eine Mahnwache gegen Extremismus machen?”, fragt Toprak. „Sicherlich ist es gut und wichtig, ein gemeinsames Zeichen gegen Terror zu setzen. Aber damit deutsche Spitzenpolitiker weiter glaubwürdig bleiben, muss man überprüfen, welche Partner man sich dafür sucht.”

„Das ist genauso wie eine Demo der Regierung mit Pegida als Antwort auf einen Anschlag von Nazis auf ein Asylbewerberheim. Was fehlt, ist eine klare theologische und politische Positionierung der muslimischen Verbände gegen eine radikale Auslegung des Koran. Es wird jedoch Zeit, die Verbindung zwischen Islam und Islamismus zu benennen und nicht länger zu verleugnen”, so der Kurde Toprak weiter. Mit dieser Kritik steht er nicht allein; auch der Christlich-Alevitische Freundeskreis (CAF) der CDU ist darüber verärgert, dass Mitglieder der Bundesregierung an der Mahnwache des ZMD teilgenommen haben. „Ich sehe es als kritisch an, dass die Muslim-Brüder auch noch ihre Da’wa (arabisch: Propaganda) erfüllen dürfen. Laut Medien sollten auch Koranverse zitiert werden”, so CAF-Sprecher Ali Yildiz im Vorfeld der Veranstaltung. Salafisten und andere islamistische Terroristen berufen sich bei ihren Anschlägen stets auf den Koran.

Historiker Hesemann spricht von „selektiver Zitierweise” des Korans

Bei der zitierten Koran-Stelle handelte es sich nach Angaben des Historikers Michael Hesemann um den 32. Vers aus der 5. Sure, der wie folgt zitiert wurde: „Dass jeder, der einen Menschen tötet … gleichsam die ganze Menschheit tötet; und wer einem, den der Tod bedroht, zum Leben verhilft, der hat gleichsam der gesamten Menschheit zum Leben verholfen.” Auf Nachfrage von blu-News verwies Hesemann jedoch darauf, dass dieses Zitat aber aus seinem Kontext herausgelöst worden sei. Tatsächlich würde der Vers lediglich den jüdischen Talmud zitieren, um sein Tötungsverbot im nächsten Vers durch das „neue Gebot” Allahs zu ersetzen, das den Gegnern des Islam drakonische Strafen androht, darunter die Kreuzigung. Vollständig lautet der 32. Vers: „Deshalb haben wir den Kindern Israels verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land.” Und der 33. Vers lautet: „Der Lohn derer, die gegen Allah und seinen Gesandten Krieg führen und Verderben im Lande zu erregen trachten, soll sein, dass sie getötet oder gekreuzigt werden oder dass ihnen Hände und Füße wechselweise abgeschlagen werden oder dass sie aus dem Lande vertrieben werden. Das wird für sie eine Schmach in dieser Welt sein und im Jenseits wird ihnen eine schwere Strafe zuteil.”

Mit solch „selektiver Zitierweise” lasse sich laut Hesemann schnell darüber hinwegtäuschen, „dass es in den ganzen fast 1.400 Jahren islamischer Geschichte kein einziges Beispiel friedlicher Mission” gegeben habe. Vielmehr sei „der neue Glaube von Anfang an mit dem Schwert in der Hand” verbreitet worden. Auch sei den Anhängern dieses Glaubens die „Unterwerfung” abverlangt worden, denn eben das bedeute das arabische Wort „Islam”. Darin hätte sich die Religion Mohammeds stets vom Juden- und vom Christentum unterschieden, so Michael Hesemann am Mittwoch gegenüber blu-News. (PH)

 

Quelle: http://www.blu-news.org/2015/01/14/islamo-faschisten-bei-berliner-mahnwache/ 

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