Nordkorea droht den USA mit Atomanschlägen

Die wichtigste Kommission Nordkoreas droht den USA mit Atomanschlägen und verfällt damit wieder in Kriegsrhetorik. Der Anlass soll dieses Mal ein Interview von US-Präsident Barack Obama sein, der dem Regime keine große Zukunft vorhersagte.

  • Wichtigste Kommission Nordkoreas droht mit Atomanschlägen
  • Obama bezeichnete das Regime als isolierteste Regierung der Welt
  • Erklärung Nordkoreas soll Reaktion auf das Obama-Interview sein

Nach scharfer Kritik von US-PräsidentBarack Obamahat Nordkorea seinen Ton gegenüber der Supermacht wieder verschärft und erneut mit einem Atomschlag gedroht. Die Nationale Verteidigungskommission warf am Mittwoch der Regierung in Washington vor, das nordkoreanische Regime stürzen und einen Krieg anzetteln zu wollen. Die von Machthaber Kim Jong Un geleitete Kommission ist das wichtigste Entscheidungsgremium des weithin isolierten Landes.      

"Weil die verbrecherischen US-Imperialisten plärren, die Volksrepublik stürzen zu wollen", sehe Nordkorea keine Notwendigkeit mehr darin, an denVerhandlungstischzurückzukehren, heißt es in der von den offiziellen Medien veröffentlichten Erklärung. Falls die USA einen Atomkrieg anzettelten, werde Nordkorea "mit seinen eigenen Nuklearschlägen antworten". Nordkorea sei imstande, die USA mit seinen "verschiedenen nuklearen Präzisionswaffen zu zerstören".

 

Bereits vor zwei Jahren drohte Nordkorea

Es ist nicht unüblich, dass Nordkorea vor Beginn der Frühjahrsübungen der US-Streitkräfte mit Südkorea wieder schärfere Töne angschlägt. Die Manöver, die Anfang März in Südkorea beginnen sollen, kritisierte die Kommission erneut als Zeichen einer feindseligen Politik der USA. Vor zwei Jahren hatte Nordkorea wegen der Manöver mit einem atomaren Erstschlag gedroht.      

Zugleich wird die jetzige Erklärung Nordkoreas in Südkorea als Reaktion auf ein Kritik von Obama an Pjöngjang verstanden. Obama hatte im Januar in einem Interview der Video-Plattform Youtube das Regime als "brutal und repressiv" und isolierteste Regierung der Welt bezeichnet. Mit der Zeit werde es zusammenbrechen, sagte er.    

 

Bemühungen treten auf der Stelle

Nach Berichten der Zeitung "The Washington Post" hatte es zuletzt geheime Kontakte zwischen beiden Ländern gegeben, um über eine Wiederaufnahme der sogenannten Sechs-Parteien-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms zu sprechen. Es sei dabei um die Idee von "Gesprächen über Gespräche" gegangen. Beide Seiten hätten jedoch keine Einigung erzielen können. Die Bemühungen um neue Mehrparteiengespräche treten sei Jahren auf der Stelle.  

 

Im Video: Isolierter Kim Jong Un will nach Moskau reisen

 

Mittwoch, 04.02.2015, 16:48

Quelle: www.focus.de

Nach oben