28 Festnahmen von Hooligans in Rom

Nach den Ausschreitungen am Rande des Hinspiels der Europa-League-Zwischenrunde zwischen dem AS Rom und Feyenoord Rotterdam (1:1) sind nach offiziellen Zahlen 28 Feyenoord-Hooligans festgenommen worden. 13 italienische Polizisten und fünf Niederländer wurden verletzt. 19 Hooligans wurden wegen Verletzung von Sicherheitskräften, Verwüstungen und Widerstand gegen die Polizei im Schnellverfahren zu Haftstrafen bis zu 16 Monaten und zu Geldstrafen bis zu 45.000 Euro verurteilt.

"Was in diesen Stunden passiert, ist eine Schande", erklärte Roms Bürgermeister Ignazio Marino. Italiens Premierminister Matteo Renzi forderte eine Entschuldigung von Feyenoord: "Was in Rom passiert ist, ist inakzeptabel. Der einzige Pressebericht, den Feyenoord herausgeben muss, hat nur fünf Buchstaben: Scusa (Entschuldigung). Wir werden mit größter Strenge gegen die Hooligans vorgehen."

UEFA leitet keine Untersuchungen ein

Von der UEFA muss Feyenoord Rotterdam hingegen keine Strafe befürchten. "Wir verurteilen alle gewalttätigen Vorfälle, die in der Stadt stattgefunden haben. Aber es liegt nicht innerhalb der Zuständigkeit der UEFA, Maßnahmen dagegen zu unternehmen, weil die Dinge nicht während des Spiels im Stadion passiert sind", erklärte ein Sprecher der Europäischen Fußball-Union. "Weil es außerhalb des Stadions passiert ist, kann allein die italienische Polizei Maßnahmen ergreifen. Nicht die UEFA."

Hooligans hätten Tickets kaufen können

Feyenoord-Direktor Eric Gudde verurteilte die Ausschreitungen und entschuldigte sich. Die Zwischenfälle haben offenbar auch ein Nachspiel im niederländischen Parlament. Einige Abgeordnete wollen von der Regierung wissen, ob die Hooligans nach Straftaten im Ausland in den Niederlanden Auflagen wie zum Beispiel eine Meldepflicht erhalten können.

Nach einem Bericht der Tageszeitung "De Volkskrant" befanden sich unter den Randalierern mehrere Feyenoord-Fans, die mit einem Stadionverbot in den ganzen Niederlanden belegt sind. In Fanshops des AS Roma hätten sie jedoch problemlos Eintrittskarten für das Spiel kaufen können.

Der niederländische Botschafter in Rom hat derweil dem Bürgermeister der Stadt seine Mithilfe bei der strafrechtlichen Verfolgung der Täter zugesichert. Auf ihrer Facebook-Seite sagte die Botschaft Rom alle Unterstützung zu. "Fußball muss ein Fest sein, bei dem Gewalt keine Rolle spielt", heißt es in der Erklärung. In Den Haag forderten Politiker mehrerer Parteien scharfe Konsequenzen für gewalttätige Fußballfans.

Denkmal wird beschmutzt

Bei einer Massenschlägerei an der Piazza di Spagna war es am Morgen vor der Europa-League-Partie zu Verwüstungen gekommen. Außerdem wurde der historische Brunnen "Fontana della Barcaccia" an der berühmten Spanischen Treppe beschädigt und mit Bierdosen sowie Flaschen beschmutzt. Das Denkmal, das der Barock-Architekt Pietro Bernini entworfen hatte, war erst vor kurzem restauriert worden.

Für die Ausschreitungen sollen 200 Mitglieder des harten Kerns der Feyenoord-Anhänger verantwortlich sein. 6000 Niederländer waren nach Rom gereist, um ihre Mannschaft zu unterstützen. In der italienischen Hauptstadt galt vor dem Match die höchste Sicherheitsstufe, insgesamt 1300 Sicherheitskräfte waren im Einsatz.

Freitag, 20.02.2015, Quelle Reuters und T-Com

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